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Linus Torvalds verteidigt den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Linux-Kernel-Entwicklung

7. November 2026 · 2 Min. Lesezeit

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Aedrian Salazar / Unsplash

Linus Torvalds hat in einer internen Korrespondenz am 13. Oktober 2026 auf einen Entwickler reagiert, der die Nutzung von Künstlicher Intelligenz bei der Arbeit am Linux-Kernel einschränken wollte. Torvalds antwortete sarkastisch und schlug vor, dass der Kritiker nicht nur auf Künstliche Intelligenz, sondern auch auf Compiler verzichten und seinen Code stattdessen in Assembler schreiben solle, um sein Verständnis der Maschine zu beweisen.

Der Streit entzündete sich an einem Vorschlag, dass Beschreibungen von Commits ohne Hilfe von Künstlicher Intelligenz verfasst werden müssten. Torvalds lehnte die Einführung solcher Regeln ab, da er das Verständnis der Entwickler für das System wichtiger finde als die verwendeten Werkzeuge. Er betonte, dass intelligente Menschen neue und interessante Werkzeuge nicht meiden würden.

Torvalds betrachtet Künstliche Intelligenz als den nächsten logischen Schritt in einer Entwicklungskette, die mit Maschinencode begann und über Assembler sowie Compiler führte. Er verglich die Produktivitätssteigerung durch Künstliche Intelligenz, die er auf das Zehnfache schätzt, mit der durch Compiler, die seiner Meinung nach die Produktivität um das Tausendfache steigerten. Daher sieht er in der Künstlichen Intelligenz ein nützliches Werkzeug, das die Programmierung an sich nicht grundlegend verändert.

Die Auswirkungen auf die Entwicklung sind bereits sichtbar: In den letzten zwei Releases stieg die Anzahl der Commits im Kernel um etwa 20 Prozent. Torvalds führt dies auf die verbesserten KI-Werkzeuge der letzten sechs Monate zurück, die das Schreiben von Patches vereinfacht haben. Während die Linux-Kernel-Entwicklung mit über tausend Beteiligten pro Release diesen Anstieg bewältigen kann, warnte er vor der Situation kleinerer Projekte. Dort könnten einzelne Entwickler durch eine Flut von KI-generierten Fehlerberichten, sogenannten Drive-by-Berichten, ausbrennen, da die Meldenden oft keine weiteren Informationen liefern.

Ein weiteres Problem stellt die Sicherheit dar. Torvalds gab an, dass die Mailingliste für Sicherheitslücken aufgrund von KI-Berichten fast vollständig unkontrollierbar geworden sei. Fehler, die durch Künstliche Intelligenz gefunden werden, betrachtet er faktisch als öffentlich, da sie wahrscheinlich von mehreren Instanzen entdeckt wurden.

Die Maintainer des Linux-Kernels nutzen KI-Werkzeuge aktiv, wobei viele führende Entwickler Modelle lokal betreiben, um die Abhängigkeit von großen Unternehmen zu vermeiden. Alle Änderungen werden weiterhin von Menschen geprüft und begleitet. Torvalds sieht die Hauptschwierigkeiten nicht in der Technik, sondern in den sozialen Barrieren und Belastungspunkten, die durch den Einsatz der Technologie entstehen.