Studie zeigt politische Voreingenommenheit bei Grok und GPT
27. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit
Eine Untersuchung des Designstudios Convovo hat ergeben, dass die KI-Modelle Grok und GPT bei der Auswahl von Kandidaten für die US-Zwischenwahlen gegensätzliche politische Tendenzen aufweisen. In einem Experiment über 500 Wahlkreise hinweg empfahl Grok 4.7 von xAI in 92 Prozent der Fälle Kandidaten der Republikaner, während GPT-6.1 Sol von OpenAI in 97 Prozent der Antworten Kandidaten der Demokraten wählte. Die Übereinstimmung zwischen den beiden Modellen lag bei weniger als 10 Prozent.
Die Forscher unter der Leitung von Professor Tapan Parikh nutzten die Programmierschnittstellen der Modelle und forderten sie explizit auf, sich für einen einzigen Kandidaten zu entscheiden, ohne ausweichend zu antworten. Während die Verbraucher-Apps von ChatGPT und Grok solche direkten Wahlaufforderungen ablehnten, zeigten die Programmierschnittstellen diese Muster. Ein Sprecher von OpenAI betonte, dass ChatGPT grundsätzlich auf Objektivität ausgelegt sei und die Studie spezifisch die Programmierschnittstellen für Entwickler getestte.
Die Analyse ergab Unterschiede in der Informationsbeschaffung. Grok suchte häufiger nach Themen wie Einwanderung, Steuern, Kriminalität und Energiepolitik und zitierte neben neutralen Seiten auch konservative christliche Wählerführer sowie die Plattform X. GPT konzentrierte sich stärker auf Gesundheit und Abtreibung und nutzte Quellen wie Wikipedia, AP, Axios und Reddit, wobei letztere drei Organisationen sind, mit denen OpenAI Inhaltsverträge hat.
Ein weiterer Test mit 30 Wahlkreisen ohne Internetzugang zeigte, dass die Voreingenommenheit unterschiedlich verankert ist. GPT wählte auch ohne Suche in 24 von 30 Fällen Demokraten, was auf eine im Modell eingebettete Tendenz hindeutet. Grok hingegen verweigerte ohne Internetzugang in 27 von 30 Fällen die Antwort, was darauf schließen lässt, dass seine Tendenz eher durch Suchmuster als durch interne Gewichtungen bestimmt wird.
Zusätzlich stellten die Forscher fest, dass Anfragen an die Programmierschnittstelle von Grok etwa 1240 Token an zusätzlichen, nicht sichtbaren Eingaben enthielten, deren Einfluss auf die politische Ausrichtung jedoch ungeklärt blieb. Im politischen Kontext wird berichtet, dass Elon Musk über 445 Millionen Dollar an Kandidaten der Republikaner gespendet hat.